Ausdauertraining, Studie

Ausdauertraining im Alter: Studie verknüpft 51 Proteine mit Gedächtnisleistung

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei älteren Teilnehmenden ging aerobes Training mit spezifischen Proteinprofilen und einer stärkeren Verbesserung des episodischen Gedächtnisses einher.

Ausdauertraining im Alter: Studie zeigt Proteinveränderungen und Gedächtniseffekte
Ein sonnendurchfluteter Waldpfad, der Bewegung und Vitalität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Körperliche Aktivität gilt als wesentlicher Faktor für den Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter. Welche biologischen Mechanismen dabei auf zellulärer Ebene eine Rolle spielen, beleuchtet eine im Fachjournal GeroScience erschienene Untersuchung des Montreal University Geriatric Hospital.

Die Analyse vergleicht, wie sich unterschiedliche Trainingsformen bei älteren Menschen auf bestimmte Entzündungs- und Signalproteine sowie kognitive Funktionen auswirken.

Gezielte Trainingsformen und molekulare Profile bei Senioren

Die zugrundeliegende Untersuchung, die zwischen 2015 und 2017 durchgeführt wurde, umfasste ein zwölfwöchiges Interventionsprogramm mit drei Trainingsformen: aerobes Ausdauertraining auf dem Liegeergometer, Training der Großmotorik sowie kognitives Training. Alle Einheiten dauerten jeweils 60 Minuten und fanden dreimal wöchentlich statt.

In einer Sub-Analyse untersuchten die Forschenden 34 gesunde, zuvor inaktive Probanden im Alter von 60 bis 79 Jahren. Mithilfe des Olink Explore 384 Inflammation Panels wurden Blutproben analysiert, wobei nach der Qualitätskontrolle 356 Proteine in die Auswertung einflossen.

Spezifische Proteinveränderungen und kognitive Effekte

Innerhalb der einzelnen Gruppen zeigte sich bei lediglich zwei Proteinen eine signifikante Hochregulierung, namentlich bei PLXNA4 und DAPP1, jeweils ausschließlich in der Gruppe mit aerobem Training.

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Im Vergleich zwischen den Gruppen wies die Ausdauergruppe 57 differentiell abundante Proteine gegenüber der Gruppe mit kognitivem Training auf. In der Gruppe für Großmotorik zeigten sich 25 differentiell abundante Proteine, von denen 24 Überschneidungen mit den Veränderungen der Aerobic-Gruppe aufwiesen. Insgesamt 33 Proteine veränderten sich spezifisch durch das aerobe Ausdauertraining, darunter TLR9, Calcineurin-NFAT, FGF2, EPO, TIMP3 und PLA2G4A.

Die Interventionen beeinflussten insgesamt 5 von 9 durchgeführten kognitiven Tests. Bei den Teilnehmenden der Ausdauergruppe zeigte sich eine größere Verbesserung des episodischen Gedächtnisses als in den anderen Gruppen. Forschende identifizierten zudem eine Signatur aus 51 Proteinen, die funktionell mit Signalwegen wie NF-?B und PI3K/AKT verknüpft ist und mit der Gedächtnisleistung beim verzögerten Abruf assoziiert war.

Unabhängigkeit von der Ausdauerfitness und methodische Grenzen

Auffällig war, dass der Zusammenhang zwischen der maximalen Sauerstoffaufnahme VO2peak und der Gedächtnisleistung nach einer statistischen Adjustierung für die jeweilige Gruppe verschwand. Zudem wies die identifizierte Signatur aus 51 Proteinen keine direkte Korrelation zur allgemeinen Ausdauerfitness auf, was auf eigenständige molekulare Wirkpfade hindeutet.

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Gleichzeitig verweist die Studie auf methodische Einschränkungen: Der Arm des kognitiven Trainings umfasste lediglich 6 Teilnehmende, und es gab keine passive Kontrollgruppe ohne Intervention.

Zudem lag keine formale Vorregistrierung der Untersuchung vor, weshalb die Ergebnisse als hypothesengenerierend eingestuft werden. Dennoch liefern die Daten Hinweise darauf, dass gezielte Bewegungsprogramme im Alter spezifische molekulare Profile modulieren können.

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de | wissenschaft | 70232016 |