Balkan-BÀckereien: Burek und Baklava verÀndern das Angebot in deutschen StÀdten
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In vielen deutschen FuĂgĂ€ngerzonen und Stadtteilen verĂ€ndert sich das Bild der BĂ€ckereilandschaft. Neben den vielerorts bereits etablierten tĂŒrkischen Betrieben gewinnen BĂ€ckereien mit SpezialitĂ€ten aus den BalkanlĂ€ndern zunehmend an PrĂ€senz.
Medienberichte vom 4. Oktober 2026 thematisieren diesen Trend, den auch Branchenvertreter wie der BĂ€ckerinnungsverband Baden-WĂŒrttemberg als eine wachsende Entwicklung einstufen. Herzhafte GebĂ€cke wie Burek und Cevapcici sowie SĂŒĂwaren wie Baklava und Krempita bereichern das Sortiment im StraĂenbild.
Ein Angebot zwischen BĂ€ckerei und Imbiss
Das typische Sortiment der Betriebe kombiniert herzhafte Teigwaren und sĂŒĂe Desserts. Stark nachgefragt ist Burek, gefĂŒllt mit Hackfleisch, KĂ€se oder Spinat. Historische Wurzeln des verwandten GebĂ€cks Börek reichen laut dem Portal Toettchen bis ins 16. Jahrhundert zurĂŒck. ErgĂ€nzt wird das Angebot durch SĂŒĂspeisen wie die Vanillecreme-BlĂ€tterteigschnitte Krempita sowie Baklava.
Nach EinschĂ€tzung des Kulturwissenschaftlers Gunther Hirschfelder von der UniversitĂ€t Regensburg treffen diese Angebote auf verĂ€nderte Essgewohnheiten der Verbraucher. GegenĂŒber der Deutschen Presse-Agentur erlĂ€uterte der Forscher, dass kleine Speisen an der Grenze zwischen Snack und vollwertiger Mahlzeit im Alltag wichtiger werden.
Balkan-BĂ€ckereien stellten praktisch eine funktionale Mischung aus BĂ€ckerei und Imbissbetrieb dar. Zugleich begĂŒnstige das Freiwerden frĂŒherer BĂ€ckereistandorte in InnenstĂ€dten die NeugrĂŒndungen.
Situation im BĂ€ckerhandwerk und Marktlage
Wie viele Balkan-BĂ€ckereien es bundesweit genau gibt, lĂ€sst sich statistisch nicht beziffern. Laut Frank Sautter, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des BĂ€ckerinnungsverbands Baden-WĂŒrttemberg, existiert fĂŒr diese Sparte keine eigenstĂ€ndige statistische Kategorie. Zudem seien die Betreiber bislang kaum in den traditionellen Innungen organisiert.
Wer den Wandel in deutschen InnenstĂ€dten beobachtet, sieht: FrĂŒhere BĂ€ckereistandorte werden frei, wĂ€hrend kleine Speisen zwischen Snack und vollwertiger Mahlzeit an Bedeutung gewinnen. Genau hier liegt eine LĂŒcke fĂŒr Betreiber, die BĂ€ckerei und Imbiss funktional verbinden. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Standorte prĂŒfen, ein Snack-Konzept kalkulieren und Burek oder Baklava ins Sortiment aufnehmen. Kostenlosen Praxis-Leitfaden fĂŒr BĂ€ckerei-GrĂŒndungen anfordern
Aus Verbandssicht stellen die neuen Angebote zwar zusĂ€tzliche Konkurrenz fĂŒr klassische Handwerksbetriebe dar, eine existenzielle Bedrohung sieht Sautter darin jedoch nicht. Beide Betriebstypen stĂŒnden vor Ă€hnlichen Herausforderungen, insbesondere bei den Betriebskosten und bei der Personalgewinnung. Auch der Zentralverband des Deutschen BĂ€ckerhandwerks betont, dass beide Formen problemlos nebeneinander koexistieren können.
Die Entwicklung fĂ€llt in eine Phase des anhaltenden Wandels im Handwerk. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen BĂ€ckerhandwerks waren Ende 2025 noch 8.659 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen. Das entsprach einem RĂŒckgang um 2,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr.
Expansion und neue Betriebskonzepte
Die Expansion zeigt sich sowohl in Filialketten als auch in individuellen NeugrĂŒndungen. So betreibt das Unternehmen Balkan BĂ€ckerei mittlerweile vier hessische Standorte, verteilt auf zwei Filialen in Hanau sowie jeweils eine in Dreieich und Offenbach.
Steigende Betriebskosten und fehlende FachkrĂ€fte treffen das BĂ€ckerhandwerk â laut Zentralverband waren Ende 2025 nur noch 8.659 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen, ein RĂŒckgang um 2,8 Prozent. Wer jetzt grĂŒndet oder erweitert, braucht belastbare Zahlen statt BauchgefĂŒhl. Der Leitfaden liefert eine Kalkulations-Vorlage fĂŒr Snack-BĂ€ckerei-Konzepte, eine Standort-Checkliste und fĂŒnf Rezepte fĂŒr Burek und Baklava. Kalkulations-Vorlage und Standort-Checkliste jetzt sichern
Andere GrĂŒnder setzen auf eine bewusste Verbindung unterschiedlicher Backtraditionen. Ende Juli 2026 eröffnete die 42-jĂ€hrige Imrane Baftiu, deren Eltern als Gastarbeiter aus dem Kosovo nach Deutschland kamen, die Balkan Bakery in Ravensburg.
Neben Speisen aus den verschiedenen Nationen des Balkans fĂŒhrt das GeschĂ€ft auch klassische deutsche Backwaren wie LaugengebĂ€ck und Vollkornprodukte. Baftiu verbindet das gastronomische Konzept mit dem Anspruch, in ihrem Betrieb einen Raum fĂŒr Gastfreundschaft zu schaffen.
