Ballaststoffe, Gramm

Ballaststoffe: 30 Gramm täglich schützen vor Diabetes und Krebs

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 09:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die meisten Deutschen erreichen nur 18-19 Gramm Ballaststoffe täglich. Experten raten zu schrittweiser Umstellung und mehr Vielfalt.

Ballaststoff-Trend: Wie Sie Ihre tägliche Dosis steigern
Eine Stillleben-Anordnung von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Obst, GemĂĽse und HĂĽlsenfrĂĽchten auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Unter dem Schlagwort „Fibermaxxing“ versuchen immer mehr Menschen, ihre tägliche Dosis an Pflanzenfasern zu erhöhen. Der Haken: Die meisten Deutschen liegen weit unter den Empfehlungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Die Realität sieht anders aus: Frauen kommen im Schnitt auf 18 Gramm, Männer auf 19 Gramm. In den USA erreichen schätzungsweise nur fünf Prozent der Bevölkerung die Richtwerte – dort liegen sie für Männer unter 50 bei 38 Gramm, für Frauen bei 25 Gramm täglich.

Warum Ballaststoffe so wichtig sind

Eine ballaststoffreiche Ernährung senkt das Risiko für zahlreiche Zivilisationskrankheiten. Studien zeigen: Wer genug Pflanzenfasern zu sich nimmt, schützt sich besser vor Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs.

Doch Vorsicht bei der Umstellung: Ernährungsexperte Klaus Günther warnte Anfang Juli vor typischen Anfängerfehlern. Wer die Ballaststoffzufuhr zu schnell erhöht, ohne gleichzeitig mehr zu trinken, riskiert Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Verstopfung. Fachleute empfehlen eine schrittweise Anpassung.

Vorsicht vor teuren Selbsttests

Kommerzielle Mikrobiom-Selbsttests boomen – doch ihr Nutzen ist fraglich. Birgit Terjung, Professorin und Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS), riet Anfang Juli von den Tests ab, die zwischen 100 und 180 Euro kosten. Sie lieferten derzeit keine klinisch belastbaren Aussagen. Besser: auf eine vielfältige, ballaststoffreiche Ernährung setzen.

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Die meisten Deutschen erreichen nur 18–19 Gramm Ballaststoffe täglich – weit unter den empfohlenen 30 Gramm. Mit der richtigen Strategie können auch Sie Ihre Zufuhr schrittweise steigern, ohne Verdauungsprobleme zu riskieren. Jetzt 3-Schritte-Plan anfordern

Neue Technologie: Ballaststoffe aus HĂĽlsenfrĂĽchten

Forscher des Fraunhofer-Instituts IVV haben im Projekt „LeguFiber“ ein Verfahren entwickelt, um Ballaststoffe aus Schalen und Verarbeitungsrückständen von Erbsen, Soja und Ackerbohnen zu gewinnen. Die Präparate bestehen zu über 90 Prozent aus Ballaststoffen und sind mindestens 44 Wochen lagerstabil.

In Backwaren lässt sich bis zu 25 Prozent des Mehls durch diese Leguminosen-Ballaststoffe ersetzen – ohne Qualitätseinbußen. Wirtschaftlich rechnet sich das ebenfalls: Vergleichbare Citrusfasern sind laut Branchenberichten bis zu viermal teurer.

30 Pflanzenpunkte pro Woche fĂĽr gesunde Darmflora

Nicht nur die Menge zählt, sondern auch die Vielfalt. Das Konzept der „Plant Points“ empfiehlt, pro Woche 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu essen – jede Sorte Obst, Gemüse, Getreide oder Nüsse zählt als ein Punkt. Ziel: die Diversität der Darmflora erhöhen.

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Hülsenfrüchte liefern bis zu 36 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm Mehl – und sind dabei günstiger als Citrusfasern. Erfahren Sie, wie Sie Erbsen, Bohnen und Linsen in Ihre Lieblingsgerichte einbauen. Hülsenfrüchte-Rezepte jetzt sichern

Parallel dazu erleben fermentierte Lebensmittel eine Renaissance. In den USA steigt die Nachfrage nach Sauerkraut massiv – auch dank der öffentlichen Aufmerksamkeit durch US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Deutsche Produzenten wie Hengstenberg berichten von einem sprunghaften Anstieg der Direktanfragen aus Nordamerika.

Hülsenfrüchte bleiben die zentrale Säule dieser Entwicklung. Körnererbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen und Sojabohnen liefern zwischen 10 und 36 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm Mehlanteil – und gleichzeitig bis zu 38 Gramm Protein. Sie vereinen damit zwei wesentliche Anforderungen moderner Ernährungsstrategien.

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