Erythrit: Zuckerersatz mit null Kalorien und besserer Verträglichkeit
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 19:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Erythrit gilt dabei als einer der vielversprechendsten Kandidaten – mit besonderen Eigenschaften.
Kalorienfrei und zahnfreundlich
Erythrit besitzt eine Süßkraft von rund 70 Prozent des herkömmlichen Haushaltszuckers. Der entscheidende Vorteil: Der Körper verstoffwechselt den Zuckeralkohol kaum. Das bedeutet null Kalorien und keine nennenswerten Auswirkungen auf Blutzucker- oder Insulinspiegel.
Für Diabetiker und alle, die auf ihre glykämische Kontrolle achten müssen, ist das eine echte Alternative.
Studien deuten zudem auf positive Effekte für die Zahngesundheit hin – Erythrit soll kariesreduzierend wirken. Auch die Freisetzung von Sättigungshormonen könnte der Stoff fördern. Und im Vergleich zu anderen Zuckeralkoholen wie Xylit ist die Verträglichkeit besser: Einzeldosen von bis zu 30 Gramm gelten in der Regel als unbedenklich.
Gefahr für Hunde? Kein Problem mit Erythrit
Nicht alle Süßungsmittel sind gleich – besonders wenn es um Haustiere geht. Während Xylit für Hunde bereits ab 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht hochgiftig ist und zu Leberversagen oder lebensbedrohlicher Unterzuckerung führen kann, sieht die Lage bei Erythrit anders aus.
Rund 90 Prozent des aufgenommenen Erythrits werden unverdaut ausgeschieden. Für Hunde ist der Stoff daher unbedenklich.
Industrie reagiert auf Verbraucherwünsche
Die Lebensmittelindustrie stellt sich neu auf. Im Juli 2026 erweiterte etwa der Anbieter Best Body Nutrition sein Sortiment um kalorienarme Konzentrate in den Geschmacksrichtungen Mojito und Orange Spritz – ganz ohne Zuckerzusatz.
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Parallel dazu gewinnt die politische Debatte um eine Zuckersteuer an Fahrt. Der Discounter Aldi Süd sprach sich Mitte Juli 2026 für eine solche Abgabe auf Softdrinks aus – fordert aber eine Übergangsfrist von 18 Monaten. Ausnahmen soll es für Fruchtsäfte, Milchgetränke und pflanzliche Alternativen geben. Die Einnahmen, so der Vorschlag, müssten zweckgebunden in Präventionsmaßnahmen fließen.
Zucker aus dem All
Überraschende Erkenntnisse liefert der Blick ins Weltall. Ein internationales Forschungsteam um die Astronomin Izaskun Jiménez-Serra konnte erstmals Erythrulose nachweisen – ein mit Erythrit verwandtes Zuckermolekül. Entdeckt wurde es in einer Molekülwolke nahe dem Zentrum der Milchstraße.
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Die in Nature Astronomy veröffentlichten Ergebnisse stützen die These, dass grundlegende Bausteine des Lebens – darunter auch Zuckerstrukturen – aus dem All auf die Erde gelangt sein könnten.
Vorsicht vor Werbeversprechen
So vielversprechend Erythrit als Zuckerersatz ist: Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht bei der Produktkennzeichnung. Im Juli 2026 kürte Foodwatch das Mikronährstoffkonzentrat von LaVita zum Negativpreis Goldener Windbeutel – der dreistesten Werbelüge des Jahres.
Der Vorwurf: Das Produkt besteht zu großen Teilen aus Fruchtsaftkonzentrat und isolierten Vitaminen, wird aber für umgerechnet 100 Euro pro Liter verkauft. Der Hersteller kündigte an, bestimmte Werbeslogans zu stoppen oder überprüfen zu lassen. Auf den weiteren Plätzen der Negativwahl landeten ein Backpulver von Dr. Oetker und ein Joghurt der Molkerei Andechser.
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