Griffstärke: Sieben Kilo mehr senken Sterberisiko um 15 Prozent
17.06.2026 - 01:30:12 | boerse-global.de
Forscher fanden heraus: Schon sieben Kilo mehr Griffstärke senken das Sterberisiko bei älteren Frauen um 15 Prozent.
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Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Eine Studie im Fachmagazin JAMA Network Open untersuchte rund 5.400 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Über acht Jahre hinweg zeigte sich: Wer seine Griffkraft steigert, lebt länger. Die Ergebnisse decken sich mit einer Meta-Analyse von 126 Studien mit 4.000 Teilnehmerinnen. Krafttraining erhöht die Muskelmasse und reduziert den Körperfettanteil – unabhängig vom Alter.
Der Aufwand ist überschaubar. 90 bis 120 Minuten pro Woche reichen aus, um die Gesamtsterblichkeit sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu senken.
Menopause: Krafttraining als Gamechanger
In der Perimenopause und Menopause gewinnt Krafttraining besondere Bedeutung. Apple reagiert darauf mit einem neuen Programm: „Strong Through Menopause“ auf Fitness Plus kombiniert Kraft- und Yoga-Einheiten über three Wochen. iOS 27 liefert dazu präzisere Fitnessdaten.
Auch Kreatin rückt in den Fokus. Frauen verfügen über 70 bis 80 Prozent geringere körpereigene Kreatinspeicher als Männer. Eine Studie von 2021 belegt: Drei bis fünf Gramm täglich verbessern Kraft und Schnellkraft. In der Menopause schützt Kreatin die Knochendichte, reduziert Entzündungen und erhält die fettfreie Masse – ohne unerwünschte Gewichtszunahme.
Das Problem mit den Abnehmspritzen
GLP-1-Analoga wie Semaglutid oder Tirzepatid haben einen Haken: 25 bis 40 Prozent des verlorenen Gewichts entfallen auf Muskulatur. Das gefährdet langfristig die Gesundheit.
Forscher suchen nach Lösungen. Eine Studie in Nature Medicine (Frühjahr 2026) testete den Antikörper Apitegromab in Kombination mit Tirzepatid an 102 Patienten. Ergebnis: Der Muskelverlust sank auf 14,6 Prozent – in der Placebogruppe lag er bei über 30 Prozent. Experten betonen jedoch: Gezieltes Krafttraining und proteinreiche Ernährung können den medikamentösen Eingriff oft ersetzen.
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Männer und Frauen – unterschiedliche Voraussetzungen
Die biologischen Unterschiede sind deutlich. MRT-Studien zeigen: Frauen haben durchschnittlich 31 Prozent Muskelanteil, Männer 38 Prozent. Der hormonelle Zyklus beeinflusst zudem den Grundumsatz – Progesteron kann in der zweiten Zyklushälfte den Energiebedarf erhöhen, aber auch Wassereinlagerungen verursachen.
Neue Perspektiven für Lipödem-Patientinnen
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Liposuktion bei Lipödem zur Kassenleistung für alle Stadien. Voraussetzung: eine erfolglose sechsmonatige konservative Therapie. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) machte den Weg frei.
Parallel entwickelt sich die medikamentöse Therapie weiter. Der EMA-Ausschuss empfahl Ende Mai 2026 die Zulassung einer Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion. Studien versprechen einen Gewichtsverlust von rund 16 Prozent – bei 120 Kilo Ausgangsgewicht entspricht das etwa 20 Kilo. Auch hier gilt: Bewegung ist Pflicht, um die Muskelfunktion zu erhalten.
