Intervallfasten: Neue Studie belegt Vorteil für räumliches Denken
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Intervallfasten könnte die geistige Fitness im Alter verbessern. Das legt eine neue Studie der Rutgers University nahe, die Ende Juli auf der Jahrestagung der American Society for Nutrition vorgestellt wurde.
Fasten macht schlau – aber nur bestimmte Gehirnbereiche
Die Forscher um Sue Shapses untersuchten 47 übergewichtige oder adipöse Frauen zwischen 50 und 79 Jahren. Über sechs Monate reduzierten alle Teilnehmerinnen ihre Kalorienzufuhr um 500 Kilokalorien pro Tag. Der entscheidende Unterschied: Die Fasten-Gruppe aß nur in einem Zeitfenster von 8 bis 9 Stunden (meist zwischen 10 und 18 Uhr). Die Kontrollgruppe verteilte ihre Mahlzeiten über mehr als 12 Stunden.
Das überraschende Ergebnis: Beide Gruppen nahmen ähnlich viel ab – zwischen 6,8 und 7,5 Kilogramm. Trotzdem schnitten die Intervallfastenden bei Tests zur räumlichen Planung und Problemlösung signifikant besser ab. Bei Gedächtnis- und Lerntests zeigte sich zwar ein positiver Trend, der war aber statistisch nicht belastbar.
Shapses betont: Die Studie liefere Hinweise auf verbesserte Exekutivfunktionen, aber keinen direkten Beleg für Demenzschutz.
Bauchfett lässt das Gehirn altern
Doch nicht nur das Wann des Essens ist entscheidend. Eine Studie der Hong Kong Polytechnic University aus Oktober 2025 in „Nature Mental Health“ zeigt: Vor allem viszerales Fett – das ungesunde Bauchfett – beschleunigt die Gehirnalterung.
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Die Forscher um Anqi Qiu analysierten Daten von über 18.000 Teilnehmern der UK Biobank. Ergebnis: Viszerales Fett ist die einzige Fettart, die direkt mit einer geschädigten weißen Substanz im Gehirn zusammenhängt. Das beeinträchtigt Verarbeitungsgeschwindigkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen.
Ab 50 kippt die Gehirn-Immunabwehr
Noch tiefgreifendere Veränderungen zeigt eine NIH-Studie aus Juli 2026 in „Science“. Ein KI-gestützter Zellatlas des Hippocampus dokumentiert: Bereits ab dem 50. Lebensjahr verlieren wir massiv Mikroglia-Zellen – die Immunzellen des Gehirns. Zwischen 50 und 75 werden sie zunehmend durch entzündungsfördernde Zellen ersetzt. Gleichzeitig schwächt sich die Blut-Hirn-Schranke.
Gebrechlichkeit macht das Gehirn früher krank
Die University of Queensland untersuchte in einer im Juli 2026 im „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“ veröffentlichten Studie den Zusammenhang zwischen körperlicher Gebrechlichkeit und Demenz. Auf Basis von 24 Jahren Daten aus dem „Rush Memory and Aging Project“ mit 1.614 Teilnehmern ermittelte Dr. David Ward: Bei gebrechlichen Menschen wird Demenz im Schnitt zwei bis drei Jahre früher diagnostiziert – unabhängig von Genetik oder Bildung.
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Die Botschaft der aktuellen Forschung ist klar: Wer sein Gehirn im Alter fit halten will, sollte nicht nur auf die Uhr beim Essen achten, sondern auch Bauchfett vermeiden und körperlich aktiv bleiben.
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