Krafttraining: 2-3x pro Woche stoppt altersbedingten Muskelabbau
30.05.2026 - 05:08:40 | boerse-global.deDas zeigen aktuelle Daten und Expertenempfehlungen. Besonders HĂŒfte und MobilitĂ€t brauchen gezieltes Training.
Muskelschwund betrifft MĂ€nner ab 50
Ab dem 50. Lebensjahr verlieren MĂ€nner jĂ€hrlich ein bis zwei Prozent ihrer Muskelmasse. Die sogenannte Sarkopenie trifft vor allem die GesĂ€Ămuskulatur â und die wird beim normalen Gehen kaum aktiviert. Die Folge: Die StabilitĂ€t des gesamten Bewegungsapparats leidet.
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FĂŒr Frauen wird die Zeit nach der Menopause zur Herausforderung. Univ.-Prof. Dr. Melanie Haffner-Luntzer von der UniversitĂ€t Ulm warnt: In den ersten zehn Jahren nach der Menopause können Frauen bis zu 20 Prozent ihrer Knochendichte verlieren. Schon ab 40 beginnen strukturelle VerĂ€nderungen. Risikofaktoren wie Stress, Rauchen, Alkohol und bestimmte Medikamente beschleunigen den Prozess zusĂ€tzlich.
Was wirklich gegen den Abbau hilft
Experten empfehlen ein gezieltes Trainingsprogramm. Der Dachverband Osteologie (DVO) rĂ€t zu zwei- bis dreimal wöchentlichem progressivem Krafttraining. ErgĂ€nzend sollten Ăbungen fĂŒr Balance und Koordination kommen.
Konkrete Bewegungen fĂŒr mehr StabilitĂ€t:
- Aus dem Schneidersitz aufstehen â ohne Hilfe der HĂ€nde. Das trainiert HĂŒftkraft und Gleichgewicht.
- Kontrollierte ĂbergĂ€nge vom Stand in die Bodenlage und zurĂŒck. Das stĂ€rkt die Rumpfmuskulatur.
- Tiefe Hocken mit HĂŒftkreisen. Das verbessert die GelenkmobilitĂ€t.
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Pilates ist als ErgĂ€nzung wertvoll, liefert aber laut Fachmeinung oft nicht genug mechanische Last fĂŒr den Knochenaufbau. Entscheidend ist auch die ErnĂ€hrung: 1.000 mg Calcium tĂ€glich, ausreichend Vitamin D und proteinreiche Kost sind essenziell. Eine Studie der UniversitĂ€t Modena zeigt zudem: Rund 8.500 Schritte tĂ€glich helfen, das Gewicht nach einer DiĂ€t zu halten.
Wann ein kĂŒnstliches Gelenk nötig wird
Trotz aller Vorsorge können strukturelle SchĂ€den an der HĂŒfte auftreten. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Endoprothetik (AE) betont aber: Der Erhalt des natĂŒrlichen Gelenks ist heute oft ĂŒber Jahrzehnte möglich. Bei HĂŒftdysplasie â etwa 2,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen â können gelenkserhaltende Eingriffe die Funktion um 20 bis 30 Jahre verlĂ€ngern.
Ist ein kĂŒnstliches Gelenk unvermeidbar, halten moderne Prothesen lange: 92 Prozent der Implantate funktionieren 30 Jahre. Details dazu gibt es auf dem AE-Kongress Mitte Juni in MĂŒnchen.
Bewegungsparks und virtuelle Radtouren
Kommunen setzen auf niederschwellige Angebote. In NĂŒrnberg gibt es von Mai bis September kostenlose Trainingsstunden in Bewegungsparks â betreut von lizenzierten Ăbungsleitern. Ziel: Die WHO-Empfehlung von 150 bis 300 Minuten moderater Bewegung pro Woche in der Gesellschaft verankern. Derzeit erreichen nur 45 Prozent der Erwachsenen diese Vorgabe, so das Robert Koch-Institut.
In Pflegeheimen helfen technische Lösungen: Virtuelle Radtouren auf Bildschirmen animieren Senioren an Heimtrainern zu mehr Bewegung. Die Simulation realer Landschaften und die Möglichkeit, Abbiegeentscheidungen zu treffen, fördern neben der körperlichen auch die kognitive Leistung.
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