Krafttraining: Kombination mit Ausdauer senkt Sterberisiko um 41%
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Landschaft des Breitensports befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Wie die im August 2026 veröffentlichte Studie „Sport Schweiz 2026“ des Bundesamts für Sport (BASPO) belegt, haben Fitnesscenter in der Gunst der Bevölkerung erstmals die klassischen Sportvereine überholt.
Demnach trainieren 22 % der Personen über 15 Jahren in einem Fitnessstudio, während nur noch 19 % in einem Verein organisiert sind. Insgesamt zeigen die Daten eine sportlich aktive Gesellschaft: 52 % der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren treiben mehrmals pro Woche Sport, während der Anteil der Inaktiven bei 17 % liegt.
Verschiebungen in den sportlichen Präferenzen
Trotz des Wachstums im Fitnessbereich bleibt Wandern mit 49 % die beliebteste Sportart in der Schweiz. Es folgen Velofahren (34 %), Schwimmen (25 %) sowie Skifahren und Joggen mit jeweils 23 %.
Interessant ist hierbei die langfristige Entwicklung: Das Interesse am Skifahren ist seit 2020 um 12 % gesunken. Auch das allgemeine Sportinteresse der Bevölkerung verzeichnete einen Rückgang von 35 % im Jahr 2000 auf 24 % im Jahr 2026.
Während Krafttraining mit 20 % und Yoga mit 16 % signifikante Anteile an den sportlichen Aktivitäten halten, beobachten Forscher regionale Unterschiede. So verzeichnete die Studie im Tessin einen Rückgang der sportlichen Aktivität, was von Experten unter anderem als mögliche Spätfolge der Covid-Pandemie gewertet wird.
Medizinische Erkenntnisse zur Effektivität von Krafttraining
Die wachsende Popularität von Fitnessstudios korreliert mit neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen über die gesundheitlichen Vorteile von gezieltem Krafttraining. Eine Auswertung von 137 Fachartikeln durch das American College of Sports Medicine (ACSM) empfiehlt ein zweimal wöchentliches Krafttraining für alle großen Muskelgruppen.
Idealerweise sollten pro Muskelgruppe etwa 10 Sätze wöchentlich absolviert werden. Begleitend wird eine tägliche Proteinzufuhr von 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht angeraten.
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Mediziner betonen zudem die präventive Wirkung. Ein Facharzt für Chirurgie erläuterte, dass Muskeln bei Aktivität Myokine produzieren, welche das Tumorwachstum hemmen können. In Kombination mit Ausdauertraining senke Krafttraining das allgemeine Sterberisiko laut vorliegenden Studien um 41 %. Rein isoliertes Ausdauertraining erreiche eine Senkung um 32 %, reines Krafttraining um 9 %.
Neben den physischen Effekten rücken kognitive Vorteile in den Fokus: Eine gemeinsame Studie der Tohoku-Universität und Curves Japan mit Frauen im Alter von 41 bis 75 Jahren zeigte, dass ein viermonatiges Zirkeltraining zweimal pro Woche die Gedächtnisfunktion verbesserte und positive Veränderungen bei Blutproteinen zur Immunregulation bewirkte.
Transformation der Trainingsmethoden und Markttrends
In der Praxis zeigt sich ein Trend weg von klassischen Fitnesskursen hin zu schwerem Gewichtheben. Berichte dokumentieren, dass dieser Wechsel oft zu einer deutlichen Steigerung der körperlichen Stabilität und zur Linderung von Gelenkproblemen führen kann.
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So wurde in einem Fallbeispiel eine Steigerung beim Bankdrücken von 36 auf 52 Kilogramm innerhalb von acht Monaten erzielt. Dabei spielt die Ernährung eine Schlüsselrolle; Muskelaufbau gelinge oft erst durch eine Umstellung auf proteinreiche Kost und einen kontrollierten Kalorienüberschuss.
International zeigen sich unterschiedliche Marktdynamiken. In Schweden stiegen die Trainingseinheiten bei jungen Menschen zwischen 6 und 25 Jahren seit 2022 um 59 %, wodurch das Fitnessstudio zur zweitwichtigsten Freizeitaktivität nach dem Fußball wurde.
Im Gegensatz dazu erlebt der chinesische Markt eine Konsolidierung: Im Jahr 2025 schlossen dort etwa 24.600 Fitnessstudios, was einem Rückgang von 56,87 % entspricht. Große Anbieter reagieren dort mit Übernahmen und Subventionen für den Umbau bestehender Flächen.
Ein neuer Faktor in der Branche ist die Verbreitung von GLP-1-Medikamenten. Britische Gesundheitsbehörden empfahlen im Juli 2026 explizit Krafttraining bei der Nutzung dieser Präparate, da 20 % bis 50 % des Gewichtsverlusts auf Muskelmasse entfallen können. Dies führt beispielsweise in Dubai zu einem verstärkten Fokus der Fitnessbranche auf personalisiertes Coaching zum Muskelerhalt.
Parallel dazu gewinnen spezialisierte Angebote an Bedeutung, wie etwa die Eröffnung neuer Reformer-Pilates-Studios mit spezifischen Programmen für über 50-Jährige zeigen, um Stabilität und Gleichgewicht gezielt zu fördern.
