Krafttraining: Studie zeigt vergleichbare ZuwÀchse mit kurzen Einheiten
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deKlassische TrainingsplĂ€ne im Kraftsport setzen traditionell auf zusammenhĂ€ngende, lĂ€ngere Einheiten im Fitnessstudio. Eine wissenschaftliche Untersuchung unter der Leitung der Tongji University in China, die im Journal of Exercise Science & Fitness erschien, stellt diese Routine auf den PrĂŒfstand.
Die Ergebnisse zeigen, dass ĂŒber den gesamten Tag verteilte kurze Kniebeugen-Einheiten ĂŒber einen Zeitraum von acht Wochen zu vergleichbaren KraftzuwĂ€chsen fĂŒhren wie ein langes, zusammenhĂ€ngendes Training. Die ursprĂŒngliche Hypothese der Autoren, dass die klassische Herangehensweise ĂŒberlegen sei, bestĂ€tigte sich im Versuchsverlauf nicht.
Versuchsaufbau an der Smith-Maschine
FĂŒr die Untersuchung wurden 45 mĂ€nnliche Studenten im Alter von 18 bei 25 Jahren rekrutiert, die bereits ĂŒber Erfahrung mit regelmĂ€Ăigem Krafttraining verfĂŒgten. Die Teilnehmer wurden randomisiert in drei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe fĂŒr fragmentiertes Training, eine fĂŒr kontinuierliches Training und eine Kontrollgruppe, die kein supervidiertes Training absolvierte.
Das achtwöchige Kniebeugen-Programm umfasste drei Trainingstage pro Woche (Montag, Mittwoch und Freitag) mit insgesamt 24 Einheiten. Pro Trainingstag absolvierten die Probanden jeweils 60 Kniebeugen an der Smith-Maschine unter Aufsicht.
Die Gruppe mit fragmentiertem Training fĂŒhrte dreimal tĂ€glich 20 gewichtete Kniebeugen zu verschiedenen Tageszeiten mit einem Mindestabstand von einer Stunde Pause durch. Die traditionell trainierende Gruppe absolvierte hingegen drei SĂ€tze zu je 20 Kniebeugen in einer einzigen Einheit mit Satzpausen von drei Minuten.
Die Trainingslast wurde ĂŒber die zwei Monate progressiv gesteigert: Sie begann bei einer IntensitĂ€t von 40 % des 1RM, stieg alle zwei Wochen um +5 % und erreichte am Ende 55 % des 1RM.
KraftzuwÀchse ohne signifikante Leistungsunterschiede
Wer sich mit dem Thema Kraftaufbau befasst, stellt oft fest, dass bereits minimale Einheiten im Alltag maximale Ergebnisse erzielen können. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 17 einfache Ăbungen, die in nur 3 Minuten tĂ€glich Muskeln aufbauen und Beschwerden vorbeugen. 17 Ăbungen fĂŒr maximale Ergebnisse jetzt kostenlos entdecken
Bei den Kraftmessungen nach Abschluss der acht Wochen zeigten beide aktiven Gruppen deutliche Fortschritte. Die maximale Kraftleistung beim Kniebeugen (1RM) stieg in der fragmentierten Gruppe um +32,74 kg und in der traditionellen Gruppe um +41,08 kg, wÀhrend die Kontrollgruppe lediglich ein Plus von +12,15 kg verzeichnete.
Ăhnliche Tendenzen zeigten sich bei der isometrischen Kraft im 90-Grad-Winkel: Hier erreichte die fragmentierte Gruppe einen Zuwachs von +40,18 kgf, die traditionelle Gruppe +47,53 kgf und die Kontrollgruppe +12,29 kgf.
Beim Test der Muskelausdauer bei 40 % des 1RM erzielten die Sportler des fragmentierten Modells +6,21 zusĂ€tzliche Wiederholungen, jene des kontinuierlichen Modells +10,35 Wiederholungen, wĂ€hrend die Kontrollgruppe einen RĂŒckgang um ?3,76 Wiederholungen verbuchte.
Dass kurze, regelmĂ€Ăige Trainingsreize hocheffektiv sind, belegt auch die Arbeit renommierter Sportmediziner fĂŒr ein zeitsparendes Heimtraining. Sichern Sie sich jetzt das Expertenwissen eines ehemaligen Olympia-Arztes mit 17 wirksamen Ăbungen als gratis PDF-Download. Kostenlosen WunderĂŒbungen-Ratgeber hier anfordern
FĂŒr den Ausdauertest galten standardisierte Vorgaben: 24 Stunden vor dem Test durften kein Alkohol konsumiert und keine intensive AktivitĂ€t ausgeĂŒbt werden, zudem war fĂŒr ausreichend Schlaf zu sorgen.
Die Unterschiede zwischen der fragmentierten und der kontinuierlichen Methode erwiesen sich bei der Kraftentwicklung und der relativen Muskelausdauer als nicht statistisch signifikante. Beide Gruppen verbesserten sich jedoch signifikant gegenĂŒber der Kontrollgruppe.
Höhere Trainingsfreude und methodische Grenzen
Der einzige statistisch signifikante Unterschied zwischen beiden Trainingsformen zeigte sich beim subjektiven Erleben der Einheiten. Auf der PACES-Skala, die Werte von 1 bis 7 umfasst, lag der Median fĂŒr die Trainingsfreude in der fragmentierten Gruppe bei 5,94, verglichen mit 5,50 bei der kontinuierlich trainierenden Gruppe.
Die Wissenschaftler bewerten die kurzen Einheiten daher als praktikable Alternative im Alltag, zumal sie von den Trainierenden mit mehr Freude wahrgenommen wurden.
Gleichzeitig weisen die Forscher auf methodische Grenzen hin: An der Untersuchung nahmen ausschlieĂlich 45 junge, bereits trainierte MĂ€nner teil, trainiert wurde nur an der Smith-Maschine in einem IntensitĂ€tsbereich von 40 bis 55 % des 1RM.
Zudem wurde das Muskelwachstum (Hypertrophie) nicht gesondert erfasst, und der Untersuchungszeitraum war auf acht Wochen begrenzt. FĂŒr weitergehende Aussagen seien lĂ€ngere Studien sowie diversere Probandengruppen erforderlich.
