Krafttraining: Zwei Einheiten pro Woche senken Sterberisiko um 13%
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn wissenschaftlichen Analysen vom August 2026 rĂŒckt das Skelettmuskelsystem verstĂ€rkt als zentrales Organ fĂŒr gesundes Altern in den Fokus. Die Medizinerin Dr. Gabrielle Lyon beschreibt die Muskulatur dabei als ein dezidiertes Organ der Langlebigkeit.
Entgegen der herkömmlichen Sichtweise, Muskeln primĂ€r als Werkzeuge der Bewegung zu betrachten, wird ihre essenzielle Rolle fĂŒr den Stoffwechsel und die KrankheitsprĂ€vention betont. Lyon empfiehlt in diesem Zusammenhang ein Krafttraining von mindestens zweimal pro Woche sowie eine gezielte Erhöhung der Proteinzufuhr.
Metabolische Risiken und die Rolle der Muskelkraft
Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die allgemeine Gesundheit ist laut Lyon die Vermeidung von Myosteatosis, also der Einlagerung von Fett im Muskelgewebe. Dieser Zustand gelte als unabhĂ€ngiger Risikofaktor fĂŒr die Entstehung einer Insulinresistenz sowie fĂŒr eine erhöhte Sterblichkeit.
Die Bedeutung der Muskulatur fĂŒr den Glukosestoffwechsel wird durch eine Harvard-Studie untermauert, die im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlicht wurde.
Die Untersuchung von 143.715 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren ergab, dass ein Krafttraining von mindestens zwei Stunden pro Woche das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes um 27 Prozent senken kann. In Kombination mit aerobem Training und einem reduzierten Fernsehkonsum sank das Risiko in der Studie sogar um 62 Prozent.
DarĂŒber hinaus identifizierte eine Untersuchung an 140.000 Erwachsenen aus 17 LĂ€ndern die Griffkraft als einen maĂgeblichen Indikator: Eine schwĂ€chere Griffkraft sei signifikant mit einem höheren Sterberisiko assoziiert.
Auch bei Ă€lteren Frauen zwischen 63 und 99 Jahren erwiesen sich laut einer weiteren Studie im JAMA Network Open die Griffkraft und die Leistung beim Aufstehen vom Stuhl (Chair-Stand) als wichtige PrĂ€diktoren fĂŒr die Sterblichkeit ĂŒber einen Zeitraum von acht Jahren, und zwar unabhĂ€ngig vom allgemeinen AktivitĂ€tslevel.
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Statistische Auswirkungen auf die Sterblichkeit
Aktuelle Studiendaten quantifizieren den Nutzen regelmĂ€Ăigen Trainings fĂŒr die Lebenserwartung. Eine US-Studie vom August 2026 zeigt, dass bereits 90 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent senken können.
Speziell die kardiovaskulĂ€re Sterblichkeit verringerte sich um 19 Prozent, wĂ€hrend das Risiko fĂŒr neurologisch bedingte TodesfĂ€lle um 27 Prozent abnahm. Die Kombination aus Krafttraining und 150 Minuten aerobem Training fĂŒhrte in den untersuchten Gruppen zu einer Senkung des Sterberisikos um insgesamt 45 Prozent.
FĂŒr postmenopausale Frauen lieferte die LIFTMOR-Studie spezifische Erkenntnisse zur Erhaltung der körperlichen Konstitution. Ein zweimal wöchentliches, intensives Krafttraining von 30 Minuten bei 85 Prozent des Maximalgewichts konnte ĂŒber einen Zeitraum von acht Monaten die Muskelmasse erhalten, Bauchfett reduzieren und die Knochendichte verbessern. Begleitend dazu wurde eine Proteinzufuhr von 25 bis 30 Gramm pro Mahlzeit mit einem Leucin-Anteil von 2,5 bis 2,8 Gramm als effektiv bewertet.
Lebensstil als entscheidender Faktor gegenĂŒber der Genetik
Die Relevanz des Lebensstils gegenĂŒber genetischen Voraussetzungen wird durch Forschungsergebnisse von Prof. Bischoff-Ferrari von der UniversitĂ€t Basel hervorgehoben. Demnach erklĂ€ren Gene lediglich 6 bis 50 Prozent der VariabilitĂ€t der Lebenserwartung, wĂ€hrend 50 bis 94 Prozent durch Ă€uĂere Faktoren und das individuelle Verhalten bestimmt werden.
Dr. Eric Topol verwies in einer Untersuchung von 1.400 sogenannten Super-Agern (Personen ĂŒber 80 Jahre ohne schwere Vorerkrankungen) darauf, dass keine spezifischen genetischen Vorteile bei dieser Gruppe gefunden wurden. Stattdessen prĂ€gten Bewegung, ausreichend Schlaf von sieben bis acht Stunden und eine proteinreiche ErnĂ€hrung mit etwa 90 Gramm Protein pro Tag das Profil dieser Personen.
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ErgĂ€nzend zu intensivem Training zeigen auch moderate MaĂnahmen Wirkung. Eine australische Studie mit ĂŒber 160.000 Erwachsenen belegte, dass bereits 7.000 Schritte am Tag die Gesamtsterblichkeit um 47 Prozent im Vergleich zu nur 2.000 Schritten senken können.
Zudem ergab eine Meta-Analyse von 270 Studien, dass isometrische Ăbungen wie der Wandsitz den systolischen Blutdruck effektiv senken können â ein Effekt, der nach vier bis acht Wochen bei dreimal wöchentlichem Training eintrat.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rÀt in ihren aktuellen Empfehlungen zu einer Kombination aus 150 bis 300 Minuten moderater Bewegung und zweimal wöchentlichem Krafttraining.
