Nackenschmerzen: 46% der Erwachsenen leiden – Massage und Prävention boomen
08.06.2026 - 20:10:59 | boerse-global.de
Spezialisierte Studios, Luxushotels und günstige Präventionsangebote wachsen parallel – und alle setzen auf einen Trend: Ganzheitlichkeit.
Neben klassischen Entspannungstechniken rücken zunehmend Konzepte in den Fokus, die körperliche Behandlungen mit mentaler Gesundheit und speziellen Pflegeansätzen verknüpfen.
Preisgefälle von 40 bis 144 Euro
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Die Preisgestaltung variiert je nach Standort und Spezialisierung enorm. In Berlin-Tempelhof etwa kostet eine klassische Thai-Massage bei Lanta Wellness zwischen 60 Euro (eine Stunde) und 110 Euro (zwei Stunden). Das Studio glänzt mit einer Kundenzufriedenheit von 4,9 von 5 Punkten bei über 1.700 Bewertungen und bietet auch Fußreflexzonen- oder Aromatherapie-Massagen an.
In Baden-WĂĽrttemberg zeigt sich ein breiteres Bild: Rund 149 Angebote fĂĽr Gesundheit und Wellness sind dort gelistet. Wellness- und Tuina-Massagen gibt es teilweise schon ab 40 Euro pro Stunde. Hochpreisigere Formate wie Lomi Lomi schlagen mit rund 144 Euro zu Buche.
Luxus trifft auf Kreativität
Große Hotelbetriebe setzen verstärkt auf umfassende Spa-Konzepte. Das Ritz-Carlton in Wolfsburg, seit 2000 im Besitz der Volkswagen AG, kombiniert Wellness mit Neuwagenabholungen. Das Spa umfasst Saunalandschaften und einen schwimmenden Infinity-Pool im Hafenbecken.
Internationale Resorts wie das Mitsis Selection Blue Domes erweitern ihr Portfolio um Shiatsu, Lymphdrainage oder indische Kopfmassagen. Auch hier zeigt sich der Trend: Massagen werden mit Phytotherapie, Ernährungsberatung und kosmetischen Behandlungen kombiniert.
Innovativ geht es in Brandenburg zu: Die Caravanserei in Oranienburg plant für den Hochsommer 2026 Kunst-Workshops in Verbindung mit Wellness-Retreats. Unter Anleitung von Künstlerinnen wie Andrea Hentze und Nadine Rössel sollen „Sip & Paint“-Formate die klassischen Entspannungselemente ergänzen.
Politik fördert ganzheitliche Kurorte
Der Hessische Heilbäderverband treibt unter Vorsitz von Ralf Gutheil das Konzept „KURvision“ voran. Ziel: Die 30 staatlich anerkannten Heilbäder und Kurorte des Bundeslandes zu ganzheitlichen Gesundheitsstandorten ausbauen. Das Land Hessen unterstützt das Vorhaben mit jährlich 13 Millionen Euro aus dem Kommunalen Finanzausgleich, wie Staatssekretär Uwe Becker betonte.
Auch lokale Akteure gewinnen an Bedeutung. In Mühltal wurde Anfang Juni die Arbeit einer langjährigen Kosmetikexpertin gewürdigt. Sie hat sich auf „Well Aging“ und Problemhaut spezialisiert. Bürgermeister Niels Starke betonte bei einem Besuch die Bedeutung solcher Fachbetriebe für die regionale Wirtschaft.
Nackenschmerzen treiben Nachfrage
Ein wesentlicher Treiber für Massagedienstleistungen ist die Zunahme von Belastungsbeschwerden. Laut Robert Koch-Institut leiden jährlich rund 46 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter Nackenschmerzen. Die Folge: steigende Nachfrage nach Produkten für die Eigenanwendung.
Liebscher & Bracht reagiert mit höhenverstellbaren Nackenkissen, medisana bewirbt Massagepistolen mit verschiedenen Intensitätsstufen für zu Hause.
Waldbaden, Yoga und Kneipp im Trend
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Ergänzend gewinnen präventive Formate an Beliebtheit:
- Naturerfahrung: In der Region Rheine wurden im Frühjahr Kurse zum Waldbaden angeboten. Unter Leitung von Cornelia Köster soll langsames Gehen im Wald die Stressreduktion fördern.
- Soziale Interaktion: In Neustrelitz verbindet das Projekt „On & Off für 60+“ soziale Aktivitäten mit Yoga und Qigong – gegen Einsamkeit im Alter.
- Kneipp-Tradition: Vereine in Koblenz pflegen seit dem Frühjahr lokale Kneipp-Anlagen und verknüpfen die klassische Wassertherapie mit dem „After-Work“-Gedanken.
Auch der Getränkemarkt spiegelt den Wellness-Trend. Die Allos Hof-Manufaktur kündigte für Herbst 2026 neue Bio-Teesorten ihrer Marke Cupper Teas an. Mit Matcha oder Kamille sollen sie gezielt Energie liefern oder entspannen.
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