Probiotika, Blutdruck

Probiotika senken Blutdruck um bis zu 14 mmHg nachweislich

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 08:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung belegt: Hochverarbeitete Lebensmittel hinterlassen spezifische Spuren im Blut und erhöhen Risiken fĂŒr Diabetes und Herzleiden.

EPIC-Studie: So schÀdigen Fertiggerichte Herz und Stoffwechsel
Ein Herzmodell umgeben von frischen Lebensmitteln, die eine gesunde ErnĂ€hrung symbolisieren, mit unscharfen verarbeiteten Lebensmitteln im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle EPIC-Studie mit rund 15.200 Teilnehmern zeigt: Wer tÀglich zu Fertigprodukten greift, riskiert nachweislich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Blutwerte verraten ungesunde ErnÀhrung

Die Studienautorin Blanco-LĂłpez identifizierte 22 Stoffwechselprodukte und acht FettsĂ€uren, die mit dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel zusammenhĂ€ngen. Besonders alarmierend: Die Konzentration von Omega-3-FettsĂ€uren (DHA) sinkt, wĂ€hrend TransfettsĂ€uren ansteigen. Diese Fettsignatur im Blut gilt als direkter Risikofaktor fĂŒr Adipositas und Stoffwechselerkrankungen.

Experten raten zur schrittweisen Umstellung auf vollwertige Kost. Nur so lassen sich die negativen metabolischen Marker nachhaltig verbessern.

Probiotika senken den Blutdruck

Das Darmmikrobiom spielt eine SchlĂŒsselrolle fĂŒr die Herzgesundheit. Ein aktueller Review von Jiang et al. im Journal of Hypertension belegt: Probiotika der Gattung Lactobacillus senken den Blutdruck signifikant. Bei Hypertonie-Patienten sank der systolische Wert um 3 bis 14 mmHg, der diastolische um 1,5 bis 7 mmHg.

Die Wirkmechanismen sind bekannt: Die Bakterien hemmen das Angiotensin-Konversionsenzym (ACE) und steigern die Stickoxid-Produktion.

Noch beeindruckender: Eine Analyse von SchlaganfallĂŒberlebenden (NHANES-Kohorte) zeigt, dass eine hohe Aufnahme lebender Mikroorganismen durch Joghurt, Kefir oder Sauerkraut die GesamtmortalitĂ€t innerhalb von sechs Jahren um bis zu 39 Prozent senkt. Einen direkten Effekt auf die kardiovaskulĂ€re MortalitĂ€t konnte die Studie allerdings nicht nachweisen.

SĂŒĂŸstoffe unter Verdacht

Klassische Annahmen zur PrĂ€vention geraten ins Wanken. Eine Metaanalyse der Tufts University wertete 21 randomisierte kontrollierte Studien aus – mit eindeutigem Ergebnis: Nicht-nutritive SĂŒĂŸstoffe wie Aspartam, Sucralose oder Saccharin beeinflussen den Stoffwechsel negativ. Sie erhöhen das NĂŒchterninsulin und den HbA1c-Wert, verschlechtern die Insulinempfindlichkeit.

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Studienleiter Mozaffarian warnt vor einem erhöhten Risiko fĂŒr kardiometabolische Erkrankungen. Ursache seien VerĂ€nderungen des Darmmikrobioms.

Das French Paradox ist widerlegt

Auch der moderate Alkoholkonsum steht zunehmend in der Kritik. Studien mit ĂŒber 100.000 Teilnehmern belegen einen linearen Zusammenhang zwischen der Alkoholmenge und dem Blutdruckanstieg. Bereits 12 Gramm Alkohol pro Tag erhöhen den Blutdruck – und damit das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitigen Tod.

Eine unbedenkliche Mindestmenge lÀsst sich laut Experten derzeit nicht feststellen.

Fettzellen haben ein GedÀchtnis

Der Jojo-Effekt hat eine biologische Ursache. Die ETH ZĂŒrich zeigt: Fettzellen behalten ein epigenetisches GedĂ€chtnis an bestehendes Übergewicht. Das begĂŒnstigt die erneute Gewichtszunahme nach einer DiĂ€t.

Trotzdem betonen Fachleute des Deutschen Zentrums fĂŒr Diabetesforschung: Ein temporĂ€rer Gewichtsverlust ist nicht schĂ€dlicher als dauerhaftes Übergewicht.

Zur PrĂ€vention empfehlen ErnĂ€hrungswissenschaftler „Fibermaxxing" – die bewusste Erhöhung der Ballaststoffzufuhr auf mindestens 30 Gramm pro Tag. HĂŒlsenfrĂŒchte und Vollkornprodukte stabilisieren den Blutzuckerspiegel und fördern die Herzgesundheit.

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Genetik verrÀt Essvorlieben

Eine groß angelegte Studie mit ĂŒber 160.000 Teilnehmern liefert ĂŒberraschende Erkenntnisse: Eine Genvariante, die mit einer Vorliebe fĂŒr Zwiebeln korreliert, geht mit einem statistisch geringeren Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck einher. Die Ursache liegt jedoch nicht im Zwiebelkonsum selbst, sondern in zugrunde liegenden genetischen Dispositionen.

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