Schlafstörungen: 35,3 Prozent der Erwachsenen betroffen
04.06.2026 - 00:31:07 | boerse-global.deAktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen: Immer mehr Erwachsene leiden unter Schlafstörungen. Was früher als individuelles Problem galt, entwickelt sich zunehmend zu einer gesellschaftlichen Herausforderung.
Jeder Dritte betroffen
Die Zahlen sind alarmierend: Rund 35,3 Prozent der Erwachsenen gaben 2024 an, unter Schlafproblemen zu leiden. Zwischen 2008 und 2011 waren es noch 30,3 Prozent – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte. Das RKI veröffentlichte die Ergebnisse im Juni 2026 im „Journal of Health Monitoring“.
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Die Datenbasis ist solide: Über 14.000 Frauen und 12.000 Männer wurden befragt. Die Forscher unterscheiden dabei zwischen verschiedenen Formen der Beeinträchtigung. Fast jeder Dritte (32 Prozent) hat Probleme beim Durchschlafen. 16 Prozent kämpfen mit dem Einschlafen, 13 Prozent leiden unter beidem.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 36 Prozent der Frauen berichten von Durchschlafstörungen, aber nur 27 Prozent der Männer. Bei Einschlafproblemen sieht es ähnlich aus: 20 Prozent der Frauen gegenüber 13 Prozent der Männer.
Smartphone, Krisen und soziales Gefälle
Was treibt diese Entwicklung? Die Wissenschaftler sehen mehrere Faktoren. Ganz oben: die steigende Mediennutzung, vor allem durch Smartphones. Dazu kommen globale Krisen wie die Nachwirkungen der Pandemie, der Klimawandel und militärische Konflikte.
Das Problem hat auch eine soziale Komponente. Menschen mit niedrigerem Bildungsstand berichten häufiger über Schlafstörungen als Akademiker. Ärzte warnen vor den Langzeitfolgen: Chronische Insomnie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Angstzustände.
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Milliardenschaden durch schlechten Schlaf
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Das Forschungszentrum Jülich beziffert die jährlichen Schäden durch schlechten Schlaf in fünf führenden Industrieländern auf bis zu 680 Milliarden US-Dollar. Weltweit leidet schätzungsweise jeder Dritte unter Schlafproblemen.
Die Jülicher Forscher plädieren für einen neuen Ansatz: „One Sleep Health“. Das Konzept verbindet die Schlafgesundheit des Menschen mit Umweltfaktoren, Klima und Tiergesundheit. Besonders brisant: Steigende Nachttemperaturen durch den Klimawandel könnten bis 2100 zu einem jährlichen Schlafverlust von 50 bis 58 Stunden pro Person führen.
Schlafqualität wird damit zur Schnittstelle von Gesundheits- und Umweltschutz. Ein Thema, das uns alle betrifft – und das wir nicht länger ignorieren sollten.
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