Schlafstörungen: 59% Frauen wachen täglich unerholt auf
18.06.2026 - 00:51:23 | boerse-global.de
Die Zahl der stationären Behandlungen wegen Schlafstörungen ist drastisch gesunken – doch die Betroffenen fühlen sich zunehmend belastet. Vor allem junge Erwachsene und Frauen leiden.
Stationäre Fälle um 59 Prozent eingebrochen
Das Statistische Bundesamt zählte 2024 rund 67.200 Klinikbehandlungen wegen Schlafstörungen. Das ist ein Rückgang von 59 Prozent im Vergleich zu 2004, als noch 165.400 Fälle registriert wurden. Den vorläufigen Tiefststand gab es 2022 mit 62.300 Behandlungen.
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Der Grund? Keine gesundheitliche Besserung, sondern eine Verlagerung in den ambulanten Bereich. Fachleute verweisen auf ein gestiegenes Bewusstsein für Schlafhygiene und wirksamere Behandlungsansätze, die Klinikaufenthalte oft überflüssig machen.
Auffällig: 2024 waren 68 Prozent der stationären Patienten männlich – 2004 lag der Anteil noch bei 78 Prozent. Die Mehrheit (58 Prozent) gehörte der Altersgruppe der 50- bis 74-Jährigen an.
Dramatischer Anstieg bei jungen Erwachsenen
Während die Klinikzahlen sinken, zeigen Krankenkassendaten ein anderes Bild. Eine KKH-Auswertung von 2019 ergab: Bei den 19- bis 29-Jährigen hatten sich Schlafstörungen zwischen 2007 und 2017 nahezu verdoppelt.
Der Trend geht mit steigenden psychischen Belastungen einher. Depressionen legten seit 2007 um etwa 50 Prozent zu, Angststörungen um 25 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein – viele Betroffene suchen keine professionelle Hilfe.
Jede dritte Frau wacht unerholt auf
Eine aktuelle RKI-Analyse vom Juni 2026 zeigt: Mehr als ein Drittel der Erwachsenen berichtet über Schlafprobleme. Vor 15 Jahren waren es noch rund 30 Prozent, heute etwa 35 Prozent. Fast jeder Dritte klagt über Durchschlafstörungen, jeder Sechste über Einschlafschwierigkeiten.
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Besonders Frauen sind betroffen. Eine YouGov-Umfrage unter 1.050 Frauen vom April 2026 ergab: 59 Prozent wachen täglich oder mehrmals pro Woche nicht erholt auf. 57 Prozent bewerten ihre Schlafqualität als schlecht. Als Hauptfaktoren nennen sie Stress und Ängste (56 Prozent) sowie hormonelle Einflüsse (38 Prozent).
Stress als Treiber der Schlafkrise
Die Befunde passen zu allgemeinen Stressstudien. Laut einem RKI-Panel von 2024 fühlen sich 20 Prozent der Deutschen stark gestresst. Eine TK-Untersuchung von 2025 beziffert den Anteil sogar auf 66 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber 57 Prozent im Jahr 2013. Besonders betroffen: Menschen zwischen 18 und 64 Jahren sowie Personen mit geringerem Bildungsabschluss.
