Selbstregulation, Achtsamkeit

Selbstregulation: 30 Tage Achtsamkeit verbessert Konzentration messbar

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Konzentration ist trainierbar. Experten fordern mehr Fokus auf Selbstregulation und weniger Leistungsdruck im Bildungssystem.

Selbstregulation als Schlüssel für Schulerfolg und psychische Gesundheit
Ein fokussierter Schüler an einem aufgeräumten Schreibtisch mit einem analogen Kurzzeitwecker für Lernphasen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Selbstregulation ist entscheidend für schulischen Erfolg und psychische Gesundheit. Das betont ein Team um Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen in einem aktuellen Übersichtsartikel im Fachjournal Educational Psychology Review.

Die Forscher plädieren dafür, Selbstregulation nicht als isoliertes Unterrichtsfach zu behandeln. Stattdessen soll sie als fächerübergreifende Leitperspektive im Bildungssystem verankert werden. Damit knüpfen sie an Empfehlungen der Leopoldina aus dem Jahr 2024 an.

Warum Konzentration trainierbar ist

Dass Fokus keine angeborene Eigenschaft ist, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2025 im Fachjournal eNeuro. 69 Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren trainierten täglich 10 bis 15 Minuten Achtsamkeit. Nach 30 Tagen verbesserte sich ihre Aufmerksamkeitskontrolle messbar – über alle Altersgruppen hinweg.

Die Erkenntnisse stützen Ansätze mit strukturierten Lernphasen und gezielten Pausen. Auch neue Lehrwerke reagieren darauf. Im Juli 2026 erscheint eine Ausgabe eines fächerübergreifenden Förderlehrwerks, das verstärkt auf digitale Materialien wie Audios und Quizzes setzt.

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Steigender Druck auf Jugendliche

Trotz der Erkenntnisse klafft eine Lücke zwischen Schulsystem und Lebensrealität. Bildungsforscher Klaus Hurrelmann kritisiert: Das System basiere teils auf Strukturen vergangener Jahrzehnte und passe nicht mehr zur heutigen Jugend. Er fordert eine Neugestaltung von Unterricht und Bewertung.

Die Zahlen sind alarmierend: Ein Viertel der 8- bis 17-Jährigen fühlt sich psychisch belastet, wie das Schulbarometer zeigt. Pädagogin Sandra Weckert warnt vor zu hohem Leistungsdruck. Bindung und verlässliche Beziehungen müssten wieder Kernaufgabe der Bildung werden. Die Wartezeiten auf Therapieplätze für Kinder und Jugendliche betragen derzeit bis zu acht Monate.

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KI als Seelentröster

Kinder und Jugendliche nutzen zunehmend Technologie gegen Leistungsdruck. Eine Umfrage von GoStudent unter 500 Eltern und Kindern im Juni 2026 ergab: Mehr als die Hälfte der befragten Kinder hat bereits KI genutzt, um über Gefühle zu sprechen. Etwa 25 Prozent taten dies, um Eltern oder Lehrkräfte nicht zu belasten. Ein nennenswerter Teil verzichtete danach ganz auf ein Gespräch mit Erwachsenen.

Parallel verzeichnen Beratungsangebote wie die Telefonseelsorge anhaltend hohe Nachfrage – besonders zur Zeugnisvergabe im Juli. Experten fordern: Neben kognitiven Leistungen sollten auch soziales Engagement und persönliche Entwicklung stärker gewürdigt werden. Nur so lasse sich der Druck auf Lernende reduzieren.

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