Bund einigt sich mit LĂ€ndern auf finanzielle Entlastungen
25.06.2026 - 19:39:01 | dpa.deBund und LÀnder haben sich auf eine Finanzreform zur Entlastung vor allem der Kommunen geeinigt. Das teilte Niedersachsens MinisterprÀsident Olaf Lies (SPD) in Berlin nach Beratungen der LÀnder mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit. Lies sprach von einem fairen Ausgleich.
Die nun getroffene Einigung folgt der Regel: «Wer bestellt, bezahlt.» CDU, CSU und SPD im Bund hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, sich an diesem Grundsatz der «VeranlassungskonnexitĂ€t» orientieren zu wollen. Eine Neuordnung der Bund-LĂ€nder-Finanzen wird seit Monaten diskutiert.Â
Mit der Neuregelung sollen die stark gestiegenen Sozialausgaben der Kommunen gedĂ€mpft werden. Kanzler Merz sprach von einem groĂen Kostenaufwuchs bei den Gemeinden. Die Neuregelung solle ab dem 1. September gelten. «Wir bringen unser Land voran.»
Neuer Mechanismus soll Kommunen entlasten
Bisher entstehen vor allem den Kommunen zunehmend Mehrkosten durch sogenannte Leistungsgesetze, die auf Bundesebene beschlossen werden. Dies betrifft etwa die Kinder- und Jugendhilfe, die Eingliederungshilfe fĂŒr Menschen mit Behinderung und das Teilhabegesetz zur StĂ€rkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.Â
Geplant ist nun ein Mechanismus. Dieser soll bei neuen Leistungsgesetzen oder bei Ănderungen solcher Gesetze greifen. Falls die finanziellen Mehrkosten bei LĂ€ndern und Kommunen zusammen bei mehr als 200 Millionen Euro liegen, soll davon der Bund 80 Prozent ĂŒbernehmen, wie Lies sagte. Merz sagte, bei Entlastungen solle auch der Bund entlastet werden. Lies sprach von einer Symmetrie: «Wenn der Bund am Ende Entscheidungen trifft, die auch dann wieder zur Reduzierung der Kosten fĂŒhren, dann muss es auch ein ZurĂŒck der Mittel geben.»
In einem Beschlussentwurf nach Verhandlungen einer Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe im Vorfeld der Beratungen war noch von einer KostenĂŒbernahme durch den Bund von 75 Prozent bei einer Zusatzbelastung von LĂ€ndern und Kommunen von 250 Millionen Euro die Rede gewesen.Â
Nicht erfasst sind von der Regelung Steuergesetze. Immer wieder kommt es zu Streit zwischen Bund und LĂ€ndern, wenn der Bund Steuerentlastungen plant - aber diese auch fĂŒr die LĂ€nder Mindereinnahmen bedeuten.
Kommunen in Finanznöten
Kommunale SpitzenverbĂ€nde hatten Bund und LĂ€ndern angesichts der Finanznot vieler StĂ€dte und Gemeinden zum Handeln aufgefordert. In einer ErklĂ€rung hieĂ es: «Die kommunalen Haushalte kollabieren - und zwar fast ĂŒberall.» Das zweite Jahr in Folge wĂŒrden die StĂ€dte, Landkreise und Gemeinden mit einem Defizit von 30 Milliarden Euro abschlieĂen. «Und das ohne eigenes Verschulden: Die Sozialausgaben, auf die wir selbst praktisch keinen Einfluss haben, laufen uns davon.»
